Was ist Homöopathie?
Die Homöopathie ist eine Therapiemethode die seit über 200 Jahren besteht.
Entwickelt wurde sie von Samuel Hahnemann, einem Arzt und Apotheker.
Richtig angewendet wirkt die Homöopathie schnell, sicher und sanft. Dabei ist
sie frei von Nebenwirkungen, wie wir sie von konventionellen Arzneimitteln kennen.

Umgang mit homöopathischen Arzneimitteln
Alle homöopathischen Arzneimittel dürfen nur in Apotheken verkauft werden. Sie werden nicht nur durch homöopathische Ärzte und Heilpraktiker verschrieben, sondern sind auch ohne Rezept erhältlich. Wer nicht über Erfahrungen in der homöopathischen Selbstmedikation verfügt, kann sich an folgende Dosierungsempfehlung halten. Es kann allerdings durchaus vorkommen, dass erfahrene Therapeuten im Einzelfall aufgrund besonderer Umstände von dieser Richtlinie abweichen.

Richtig einnehmen
Die Darreichungsformen (Dilutionen, Globuli und Tabletten) wirken vor allem über die Mundschleimhaut. Deshalb lässt man sie am besten langsam auf der Zunge zergehen - eine halbe Stunde vor oder nach einer Mahlzeit. Die Dosierung - also die Menge und Häufigkeit der Einnahme - hängt weitgehend von der Reaktionsfähigkeit des Körpers, von der Schwere des Krankheitsbildes und vor allem von der Potenz des Arzneimittels ab.

Homöopathische Heilmittel A - Z 

Heilmittel 1: Aconitum Aconitum napellus - Blauer Eisenhut Familie: Hahnenfußgewächse Der blaue Eisenhut ist eine mehrjährige, schöne Blüte von der eine seltsam unheilvolle Ausstrahlung ausgeht. Er enthält Aconitin und ist dadurch eine der giftigsten Pflanzen Europas. Die dunkelblauen Blüten sind Hut oder eine Kapuze geformt und blühen von Juni- August. In der Homöopathie wurde Aconitum lange Zeit homöopathische Lanzette genannt, denn vor vielen Jahren ersetzte das Mittel das gleichnamige chirurgische Instrument, womit der Patient bei akuter Fiebererkrankung Ader gelassen« wurde. Damals war man davon überzeugt es sei glatter Mord, den Aderlass bei vielen Erkrank wie Lungen- oder Rippenfellentzündung nicht anzuwenden und der Patient müsse ohne diese barbarische Therapie (oder das Ansetzen von Blutegeln) unweigerlich sterben Heute wissen wir, dass Aderlass und Blutegel Irrlehren waren, dass dadurch keineswegs nur das »schlechte« Blut aus dem Körper entwich, und diese Methode viel mehr Schaden anrichtete, als sie dem Patienten nützte, der in den meisten Fällen bereits durch die Infektion geschwächt war und ohnehin unter Blutarmut litt. Dr. Hahnemann war einer der ersten Mediziner, der diesen Wahnsinn erkannte und für die Verwendung seiner erprobten homöopathischen Heilmittel, anstelle dieser rüden Praktiken kämpfte.
Anwendungen: Bei Schock- oder Angstzuständen nach Unfällen, Verletzungen und Wunden, etc. Aconitum ist auch im Frühstadium von Fieber, Grippe, Lungenentzündung und Sepsis (Blutvergiftung) angezeigt. Weitere mögliche Anwendungsgebiete schließen Verbrennungen und Verbrühungen, Schlangenbisse und alle Arten von Schockblutungen ein. Dosierung: Jede Viertelstunde eine Tablette, wenn nötig bis vier oder sechs Gaben, während man entscheidet ob weitere Arzneien oder tierärztliche Untersuchung vonnöten sind.
Heilmittel 2: Apis Apis mellifica - Die Honigbiene Viele von uns essen Honig und nehmen ihn mit heißer Zitrone oder Whisky als Medizin bei Erkältung ein. Die hat eine wunderbar wärmende Wirkung – tatsächlich eine heilsame Kur! Bienen und Bienenstiche wurden seit Generationen in der Volksmedizin verwendet. Apis hilft gegen schmerzhafte Insektenstiche und -bisse (»Ähnliches heilt Ähnliches«) und jede Art plötzlicher, äußerlicher Schwellung (Ödem). Weitere Heilanwendungen sind Arthritis, Abszesse, Ohrenentzündung (Otitis), akute Bindehautentzündung, Harnfluss und einige Fälle von akutem Ekzem. Apis-Behandlung ist angezeigt, wenn das Tier keinen vermehrten Durst hat, die Kühle sucht, sich Stein, Beton oder Linoleumboden legt und Wärme meidet
Dosierung: Bei akuten Fällen wie Insektenstichen -bissen jede Stunde eine Tablette bis zu vier Gaben, danach drei- bis viermal täglich eine Tablette, ein oder zwei lang, bis Erleichterung eingetreten ist.
Heilmittel 3: Arnica Arnica montana - Berg-Wohlverleih Familie: Korbblütler Arnika ist eine mehrjährige Pflanze mit strahlend gelben Blüten, der untere Teil ihres Stängels ist von einer ovalen Blattrosette umgeben, die auf der Erde liegt. Arnika wächst in Bergregionen und blüht im Juli und August. Als Aufguss zur äußerlichen Anwendung findet sie in der Volksmedizin seit Jahrhunderten Verwendung. In der Schweiz ist Arnica bei Skifahrern sehr beliebt zur Behandlung von Muskelzerrungen und Blutergüssen nach Stürzen. Arnica ist eines unserer wertvollsten und wirksamsten homöopathischen Heilmittel.
Anwendungen: Vor und nach zahnärztlicher Behandlung und Zahnextraktionen, auch zur Vorbereitung und Nachbehandlung jedes anderen operativen Eingriffs; bei Schock, Blutungen oder Blutergüssen. Arnica wird als Panacea lapsorum, als eine Art Wunderheilmittel gerühmt und das zu Recht. Ist kein anderes Mittel zur Hand, so kann Arnica gegen Entzündungen jeder Art eingegeben werden, bei Abszessen, Geschwüren, Verrenkungen, Knochenbrüchen und Zahnschmerzen. Es hilft bei jeder Art körperlicher Überanstrengung auch gegen Wespenstiche. Alle Blutergüsse als Folge eines schweren Geburtsvorgangs werden durch Arnica- Gaben gemildert. Weitere Anwendungsgebiete sind Unfall, Anämie, Afterdrüsenkomplikationen, Blutungen im Gehörgang oder Nasenbluten, Bisswunden, Quetschungen aller Art, Schlangenbisse, Angstzustände, Schock und Lähmungserscheinungen der Hinterbeine. Ich glaube bedenkenlos sagen zu können, Arnica bewährt sich bei nahezu jeder Krankheit, ganz gewiss richtet es keinen Schaden an. Das Heilmittel ist von kurzer Wirkungsdauer, die Gaben sollten daher häufig wiederholt werden. Die Wirkung tritt aber auch sehr rasch ein. Dosierung: Alle zwei Stunden eine Tablette bis zu vier oder sechs Gaben, danach eine Tablette viermal täglich, einige Tage hindurch, bis Besserung eingetreten ist.
Heilmittel 4: Arsenicum Arsenicum album - Weißes Arsen - Arsenicum trioxyd Arsenicum trioxyd ist die korrekte chemische Bezeichnung für das weiße Giftpulver. Arsen ist so bekannt, dass wohl jeder irgendwann einen Kriminalroman gelesen hat, in dem das Mordopfer mit Arsen vergiftet wurde. Wird Arsenicum trioxyd mit Zucker vermischt, ist es davon kaum zu unterscheiden. Das Gift verursacht furchtbare Schmerzkoliken verbunden mit Brechdurchfall. Potenziertes Arsenicum ist, wie Arnica und Rhus toxicodendron, eines der homöopathischen Mittel mit der breitesten Streuung. Es wirkt auf alle inneren Organe und alle Körperteile und weckt »die Lebensgeister«, mehr als ein alkoholisches Getränk, zu dem viele Leute greifen, wenn sie abgespannt sind. Der Patient, Mensch oder Tier, fühlt sich nach Arsenicum besser, auf diese Weise wird der Heilprozess angeregt und unterstützt.
Anwendungen:  Arsenicum ist das beste Mittel zur Behandlung von akutem Erbrechen und Durchfall und sollte sobald als möglich nach Beginn der Erkrankung eingegeben werden. Es ist auch angeraten bei akuter Bindehautentzündung Niesen, Fieber, Sepsis, jeder Art Darmentzündung, Appetitlosigkeit, chronischer Gebärmutterentzündung und vielen Hauterkrankungen, wie chronisches Ekzem und Schuppenflechte. Dosierung: In akuten Fällen verabreichen Sie alle 15 bis 30 Minuten eine Tablette, bis zu sechs oder acht Gaben, wenn nötig. Danach wird die Behandlung mit einer Tablette viermal täglich, zwei bis drei Tage lang weitergeführt, dies sollte in den meisten Fällen ausreichend sein. Bei Hautkrankheiten kann nach einer Pause von ein bis zwei Wochen - in dieser Zeit sollte eine Besserung eintreten - eine Drei Tage-Behandlung wiederholt werden.
Heilmittel 5: Bryonia Bryonia alba - Weiße Zaunrübe oder Teufelsrübe Familie: Kürbisgewächse Die Zaunrübe ist eine häufig vorkommende mehrjährige Pflanze, die gern an Hecken wächst und stark gekrümmte, weiße Wurzeln hat. im Mittelalter sollen Gauner sie als Alraunwurzeln verkauft haben, die seit biblischen Zeiten den Ruf eines Aphrodisiakums besitzen. Die Zaunrübe ist eine Giftpflanze und trägt von Mai bis September grünlichgelbe Blüten, denen rote Beeren folgen.
Anwendungen: Ein sehr ausgeprägtes Symptom, das die Verwendung von Bryonia anzeigt, ist die Tatsache, dass die Krankheit - ganz gleich welcher Art - sich durch Bewegung verschlechtert. Bryonia kann bei Arthritis Rheumatismus (nur wenn beide Leiden sich durch Bewegung verschlimmern) angewendet werden, bei Infektionen des Brustraumes, Nasenbluten und Entzündungen des Gesäuges). Das Tier hat einen trockenen. Mund und verstärkten Durst. Es kann auch trockener, harter Reizhusten damit verbunden sein, wie »Zwingerhusten«, der sich durch Bewegung verschlimmert. Bryonia unterstreicht deutlich das Prinzip der Homöopathie, dass die Wahl der Arznei sehr exakt auf das Krankheitsbild abgestimmt werden muss. Dosierung: Viermal täglich eine Tablette, mehrere Tage hindurch. Krankheiten, die auf Bryonia ansprechen, brauchen meist einige Zeit bis zum endgültigen Ausbruch, die Reaktion auf das Heilmittel kann ebenfalls einige Tage auf sich warten lassen.
Heilmittel 7: Carbo vegetabilis Holzkohle In früheren Zeiten hielt man Holzkohle für unwirksam und nutzlos. Irgendwann entdeckte man, dass sie schlechte Gerüche aus Mund und Magen (nach oben und nach unten!) vertreibt. Dr. Hahnemann stellte aus dieser scheinbar inaktiven Substanz durch Potenzierung ein wertvolles Heilmittel her.
Anwendungen: Blähungen jeder Art, Verstopfung, Kollaps und damit verbundener Schockzustand. Carbo vegetabilis eignet sich außerdem zur Behandlung von chronischem Nasenbluten, verbunden mit Niesen. Dosierung:  Bei Kollaps wird dem Patienten eine Tablette unter die Zunge gelegt oder, zwischen zwei Lagen sauberem Papier zerdrückt, als Pulver in die Mundwinkel oder auf die Zunge gegeben. Dies kann, wenn nötig, alle 5 bis 15 Minuten wiederholt werden, bis der Patient vom Tierarzt versorgt werden kann. Zur Behandlung von Blähungen kann bei allen Gelegenheiten, wenn Blähungen erwartet werden, eine Tablette möglichst eine Stunde vor der Mahlzeit gegeben werden, beispielsweise einem Tier, das zu dieser nicht gerade gesellschaftsfähigen Unart neigt. Carbo vegetabilis gilt bei vielen homöopathischen Ärzten als »Wiederbelebungsmittel«, da es die Fähigkeit besitzt, Patienten aus vielerlei Kollapszuständen wieder ins Leben zurückzurufen.
Heilmittel 8: Chamomilla Matricaria chamomilla - Echte Kamille Familie: Korbblütler Das Wort Chamomilla ist griechischen Ursprungs und bedeutet »Apfel der Erde«. Wenn die Blüten der Kamille verwelken und abfallen, ähneln die Blütenköpfchen winzigen Äpfeln und riechen auch nach Apfel. Kamille ist seit Jahrhunderten ein Volksheilmittel. Kamillentee, der aus getrockneten Blütenköpfen bereitet wird, hilft gegen Magenverstimmung und wird auch bei Schlaflosigkeit getrunken. Die Kamille ist in Europa weit verbreitet, wird wild in Gärten, Hecken, an Schuttplätzen, Ödland und auch in kultivierten Feldern angebaut. Die Gänseblümchen ähnlichen Blüten sieht man von Mai bis September.
Anwendungen:  Alle Arten von Schmerz, besonders Zahn-; schmerzen, Ohrenschmerzen, und anderen Schmerzzuständen, wie Entzündungen des Gesäuges Dosierung: In akuten Fällen können häufige Gaben, wenn nötig, alle 5 bis 15 Minuten verabreicht werden. In weniger akuten Fällen genügt eine Tablette in Abständen von ein bis zwei Stunden, bis Besserung eintritt.
Heilmittel 9: Cocculus Cocculus indicus – Kockelskörner Familie:  Mondsamengewächse Dr. Edward Hamilton schreibt in seiner Flora Homoeopathica die im Jahr 1852 erschienen ist: »Der Import der Droge (Cocculus indicus) in unser Land ist erheblich zurückgegangen. Sie wird nur noch selten verwendet; es sei denn für ungesetzliches Panschen von Bier und Portwein in üblen Spelunken!« Kockelskörner haben berauschende Wirkung, die sich zusammen mit Alkohol natürlich erhöht. Sie verhindern auch die Nachgärung bei Bier und dadurch bei Hitzeeinwirkung die Explosionsgefahr bei Bierflaschen. Die Pflanze Anamirta cocculus, die den Samen Cocculus indicus enthält, ist eine wuchernde Kletterpflanze mit kleinen gelben Blüten, die in Indonesien, auf Ceylon und Java wächst. Die Beeren, aus denen die Samen gewonnen , ähneln Lorbeeren und enthalten das starke Gift Pikrotoxin. Früher betäubte man mit diesem Gift Fische, sie leichter fangen zu können.
Anwendungen: Ältere Bücher sprechen davon, dass Cocculus als homöopathisches Mittel gegen Übelkeit »bei Reisen in der Kutsche« eingenommen werden soll, eine Formulie- rung, die mir sehr gefällt. Heute ist damit jede »Reisekrankheit« gemeint, ob man mit dem Auto, dem Schiff oder dem Flugzeug unterwegs ist (vielleicht würde Cocculus auch Astronauten helfen!). Das Mittel kann sogar bei einigen epileptischen Anfällen angewendet werden. Dosierung: Geben Sie eine Tablette 30 bis 40 Minuten vor Antritt der Reise. Bei epileptischen Anfällen hilft eine Tablette alle vier Stunden möglicherweise, diese krankhaften Zustände unter Kontrolle zu halten.
Heilmittel 10: Colocynthis citrullus colocynthis - Koloquinte Familie: Kürbisgewächse Dieser Flaschenkürbis gedeiht in der Türkei, in Ostafrika und Südasien. Koloquinten werden seit Jahrtausenden angebaut, kamen jedoch erst im 16. Jahrhundert nach Europa und sind in England zum ersten Mal in dem Kräuterbuch Turners Herball von 1568 erwähnt. Die Koloquinte ist eine interessante Pflanze. Wenn sie reif ist, werden die kleinen schwarzen Samen bei der geringsten Berührung herausgeschleudert und im Umkreis von 2 - 5 m verteilt
Anwendungen: Colocynthis ist ein gutes Heilmittel gegen akute Bauchschmerzen. Nach einigen Gaben Colocynthis beruhigt sich das Tier rasch. Dosierung: Jede Viertelstunde eine Tablette bis zur Erleichterung. Rufen Sie sofort den Tierarzt zu Hilfe, wenn der Verdacht auf Kolik bei Ihrem Haustier besteht.
Heilmittel 11: Euphrasia Euphrasia officinalis – Augentrost Familie:  Braunwurzgewächse Interessanterweise wird diese kleine Pflanze seit Jahrhunderten von unseren Vorfahren »Augentrost« genannt und als Heilmittel gegen Augenerkrankungen eingesetzt. Der Augentrost ist eine unscheinbare, einjährige Pflanze, die in Wiesen und Weiden Europas beheimatet ist Europa verbreitet ist und Juni bis September blüht. Die zweilippige Blüte hat ein kleineres oberes Blütenblatt und ein größeres unteres, beide sind weiß mit violetten Streifen; in der Mitte sitzt ein gelber Schlundfleck
Anwendungen: Lokale Anwendung als Augenbad. Anmerkung:  Eine Urtinktur ist die konzentrierte Form einer Pflanze oder anderen Substanz (z.B. Quecksilber Schwefel etc.), die durch Auszug oder Filtrierung mit gewassertem Alkohol entsteht. Innerliche Anwendung: Mit Euphrasia- Tabletten kann man bestimmte Allergien, Schnupfen, akute und chronische Bindehautentzündung und Star (Katarakt) behandeln. Dosierung: Alle zwei Stunden eine Tablette bis zu vier Gaben, gefolgt von einer Tablette drei- bis viermal täglich bis zur Besserung.
Heilmittel 12: Gelsemium Gelsemiumwurzel Gelsemium sempervirens -Familie:  Braunwurzgewächse Ist eine Kletterpflanze, die in Nord- und Mittelamerika beheimatet ist. Der Amerikaner Dr. E.M. Hale, der eine Reihe nützlicher Arzneimittel schuf und ein Buch darüber verfasste, entdeckte sie als homöopathisches Heilmittel. Gelsemium ist ein wunderbares Grippemittel. Neben anderen Eigenschaften kann es unangenehme Nebenerscheinungen in nervlichen Stresssituationen verhindern, Die Arznei wird aus der frischen Wurzel zubereitet wovon eines - das Gelsemin - die Wirkung von Strychnin hat. Anwendungen: In der homöopathischen Tiermedizin kann Gelsemium bei Fieber, Niesen, Schnupfen (vorwiegend Katzenschnupfen) und gegen Angst angewendet werden. Gelsemium ist das richtige Mittel, wenn das Tier buchstäblich »vor Angst zittert«.
Dosierung: Bei Schnupfen, Fieber, etc. am ersten Tag all zwei Stunden eine Tablette, danach eine Tablette viermal täglich, bis zur Besserung. Bei Angst und Erregungszuständen verabreichen Sie jede Stunde eine Tablette bis zu vier Gaben, wenn nötig.
Heilmittel 13: Hepar Sulfuris C alcium sulfuratum - Kalkschwefelleber Gehört zu den von Dr. Hahnemann entwickelten Heilmitteln. Hepar sulfuris calcareum wird noch heute nach seiner Rezeptur zubereitet, zu gleichen Teilen aus fein zerstoßenen Austernschalen und Schwefelblumen, die zehn Minuten lang stark erhitzt wurden.
Anwendungen: Besteht im Körper oder einem Körperteil Neigung zu Eiterbildung, dann ist Hepar sulfuris angezeigt. Bei Abszessen jeglicher Art, Afterdrüseninfektion, Mittelohreiterung und anderen Ohrenentzündungen, Zahnfleischentzündung chronischer Mandelentzündung, Dermatitis und Entzündung des Gesäuges etc. Dosierung: Alle zwei Stunden eine Tablette bis zu vier Gaben, danach eine Tablette dreimal täglich, drei bis vier Tagelang.
Heilmittel 14: Hypericum 'Hypericum perforatum - Johanniskraut Familie: Johanniskrautgewächse Das Johanniskraut ist seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. bekannt und im Mittelalter, als der Aberglaube reiche Blüten trieb, wurde ihm die Kraft zugeschrieben, böse Geister auszutreiben. Glaubte in jenen Tagen eine Frau, sie sei vom Teufel besessen und alles Beten half nichts, legte sie Blätter des Johanniskrautes auf die Brust und verteilte sie im ganzen Haus, um dem Dämon auf diese Weise beizukommen. Ein verdünnter Pflanzenauszug aus Johanniskraut kann zur Wundbehandlung verwendet werden, der auch bei Verbrennungen lindernd wirkt. Das Johanniskraut wächst beinahe überall wild und trägt von Juni bis September goldgelbe Blüten.
Anwendungen: Hypericum ist das Heilmittel gegen Schmerzen, besonders bei Bisswunden oder anderen Verletzungs- und Wundschmerzen, kann auch positiv auf Lähmungen einwirken, z. B. bei Lähmungen der Hinterläufe. Dosierung: Alle zwei bis vier Stunden eine Tablette, bzw. drei oder vier Gaben täglich, bis der Schmerz augenscheinlich nachgelassen hat. Anmerkung: Bei Tieren ist Schmerz oft schwer feststellbar, da sie nur selten Schmerzenslaute von sich geben. Die exakte Schmerzstelle kann in manchen Fällen nicht herausgefunden werden. Anzeichen von Schmerzen sind im allgemeinen Ruhelosigkeit, Hecheln oder Schwitzen, Appetitlosigkeit und ständiges Lecken, Kratzen oder Reiben des schmerzhaften Bereichs. In ernsteren Krankheitsfällen, die mit Schmerzen verbunden sind, erfolgt oft Erbrechen und Durchfall. Das Tier windet sich auf dem Boden (z. B. bei Kolik).
Heilmittel 15: Mercurius corrosivus Quecksilberchlorid - H9C12 ist eine Substanz, die andere Substanzen, mit denen sie in Kontakt kommt, zersetzt und reizt. Eine innerliche, Quecksilbervergiftung verursacht starke Magen-Darmentzündung, und nach der »Ähnlichkeitsregel« benutzen wir dieses Mittel in der Homöopathie, um langandauernden, zuweilen blutig durchsetzten Durchfall zu behandeln der auch mit Erbrechen und heftigen Bauchschmerzen verbunden sein kann. Der Patient hat meist großen Durst, erbricht das Wasser nach einiger Zeit wieder - nicht wie beim Arsenicum- Brechdurchfall, bei dem das getrunkene Wasser beinahe umgehend wieder erbrochen wird. Quecksilber fand in der Medizin jahrhundertlang Verwendung, und Krankheitserscheinungen durch Überdosierung waren den damaligen Ärzten nur zu gut bekannt. Chronische Quecksilbervergiftung gleicht im Erscheinungsbild sehr stark der Syphilis in im fortgeschrittenen Stadium, daher behandelten Homöopathen früherer Jahre diese Geschlechtskrankheit häufig mit Quecksilberpotenzen.
Anwendungen:    Akute Darmentzündung (Enteritis) und Ruhr (blutig durchsetzten Durchfall mit starker Anstrengung verbunden), Parvovirose (in Verbindung mit Infusionstherapie und anderen allopathischen Medikamenten), Mittelohrentzündung und zuweilen auch Harnfluss. Dosierung: Alle zwei Stunden eine Tablette bis zu vier Gaben, danach eine Tablette dreimal täglich zwei bis drei Tage hindurch sollte in den meisten Fällen ausreichend sein.
Heilmittel 16: Mercurius solubilis Metallisches Hydrargyrum und Hahnemannsches Quecksilber Wir alle kennen das schwere, silberfarbene Flüssigmetall, das in kleine Kügelchen zerspringt, wenn wir das Thermometer im kritischen Moment fallen lassen. Metalle ( wie beinah jedes andere Materie auch) Dehnen sich unter Hitzeeinwirkung aus. Dies ist das Funktionsprinzip des Thermometers wenn die dünne Quecksilbersäule an der Skala, hochsteigt, sobald sich das Thermometer an der Körpertemperatur erwärmt. Quecksilber ist ein vorzügliches homöopathisches Heilmittel. Dr. Hahnemann selbst entwickelte die Potenzierung des schwarzen Quecksilberoxids, das wir als Mercurius solubilis kennen.
Anwendungen: Es hat eine mildere, doch sehr viel breiter gestreute Wirkung als Mercurius corrosivus und ist angezeigt bei nässendem Ekzem, einschließlich bei akutem, Ekzemen im Ohr, akuter und chronischer Nierenentzündung  chronischem Durchfall und geschwollenem, geröteten Zahnfleisch, verbunden mit abstoßendem Mundgeruch. Dosierung: Am ersten Tag eine Tablette alle zwei Stunden, gefolgt von einer Tablette viermal täglich, fünf bis zehn Tage hindurch, je nach der zu behandelnden Krankheit.
Heilmittel 17: Nux vomica Strychnos nux-Vomica - Brechnuß oder Krähenauge Familie: Loganiazeen. Die Nux-vomica Samen stammen von einem hohen Baum mit grauer, knorriger Rinde, der in Vietnam beheimatet ist. Die reife, apfelgroße Frucht ist orangerot und wird gern von Vögeln verzehrt, die so für die Verbreitung der Samen sorgen. Jede Frucht enthält zwei bis fünf Samen. Die Samen enthalten zwei sehr giftige Alkaloide - Strychnin und Kurare, doch da die Nuss sehr bitter ist, sind Strychninvergiftungen ziemlich selten. Seit frühester Zeit fand es als medizinische Substanz Verwendung. Das Gift Strychnin in materieller Dosierung verursacht starke Krampfzustände und Muskelsteifheit, die zum Tode führen, wobei eine totale Lähmung aller Körperfunktionen eintritt. Früher wurden Tierschädlinge mit Strychnin bekämpft, dies ist jedoch heute veraltet und durch Überdosierungen des Anästhesiemittels Pentobarbiton (Nembutal) ersetzt.
Anwendungen: Bei Tieren hat es sich bei chronischen Formen von Kolik mit Verstopfung und Blähungen, schlechtem Atem, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Schluckauf, Hepatitis und Gelbsucht bewährt. Es kann auch gegen manche Formen von Bandscheibenleiden erfolgreich eingesetzt werden. Dosierung: Alle vier Stunden eine Tablette bis zur Erleichterung. In schwerwiegenden Fällen kann alle zwei Stunden eine Tablette bis zu vier Gaben verabreicht werden. Für gewöhnlich ist Nux vomica jedoch bei chronischen Krankheitsfällen wirkungsvoller.
Heilmittel 18: Pulsatilla Pulsatilla nigricans – Kuhschelle Familie: Hahnenfußgewächse Diese zarte, hübsche, violett bis rot blühende Blume wächst auf trockenen, kalkreichen Böden in fast ganz Europa. Die mehrjährige Pflanze blüht zweimal im Jahr, im Mai und dann wieder im August oder September. Aus dem Saft der gesamten Pflanze wird die homöopathische Arznei gewonnen.
Anwendungen: In der homöopathischen Tiermedizin behandelt man Zustände von Kummer und Sehnsucht, wenn der Betreuer abwesend ist. Pulsatilla hat sich in der Behandlung von chronischem Schnupfen, Scheinträchtigkeit und mangelnder Milchproduktion bewährt. Einige Gaben Pulsatilla können sich sehr günstig während des Gebärvorgangs auswirken. Pulsatilla ist auch wirksam bei Zahnschmerzen, Harnfluss, Entzündung des Gesäuges und einigen Lebererkrankungen, vorwiegend dann, wenn es dem Tier im Freien besser zu gehen scheint, der Zustand sich in Ruhe und Wärme verschlimmert. Dosierung:    Alle vier Stunden eine Tablette bis zur Besserung. Die Behandlung kann einige Tage fortgesetzt werden, wenn dies günstig erscheint. Bei einer Geburt kann Pulsatilla alle 30 bis 40 Minuten verabreicht werden, bis der Geburtsvorgang beendet ist.
Heilmittel 19: Rhus toxicodendron Giftsumach Familie: Sumachgewächse Die Pflanze wächst in Nordamerika wild, ihre Stängel wuchern dicht am Erdboden, klettern wie Efeu hoch, wenn sie Halt an einer Mauer oder einem Baum finden. Die Blüten erscheinen im Juni oder Juli. Das homöopathische Mittel wird aus einem Extrakt der frischen Blätter gewonnen, die im Mai in den Abendstunden gesammelt werden. Durch das Sonnenlicht zieht sich nicht nur der milchigweiße Saft zurück, er verliert auch seine Wirkung. Rhus toxicodendron hat viele Wirkungen. Die beiden wichtigsten sind die Behandlung rheumatischer Schmerzen und ihre Wirkung auf die Haut. Berührt oder streift man die Blätter der Pflanze, so bekommt man akutes Nesselfieber mit starkem Juckreiz und Bläschenbildung.
Anwendungen: Arthritis, Rheumatismus und Muskel- schmerzen sprechen dann gut auf Rhus toxicodendron an, wenn die Schmerzen nach Zeiten der Ruhe am schlimmsten sind, d. h. Schmerz und Steifheit bessern sich, sobald das Gelenk bewegt wird, sich sozusagen einläuft! Rhus toxicodendron eignet sich weiterhin zur Behandlung von Fieber, Grippe, begleitet von bösem Husten, Sepsis, Muskelzerrungen, Verstauchungen sowie verschiedener Hautkrankheiten, beispielsweise akute oder chronische Formen von Ekzemen. Dosierung: Bei starken, akuten Krankheitserscheinungen alle zwei Stunden eine Tablette bis zu vier oder sechs Gaben am ersten Tag, danach eine Tablette viermal täglich, einige Tage hindurch, wenn nötig, bis Besserung eintritt.
Heilmittel 20: Scutellaria Scutellaria laterifolia - Helmkraut Familie: Lippenblütler - Minzenfamilie Das Helmkraut hat seinen Namen von der Form seiner Blüten, die einer zweilippigen Röhre gleichen mit einer sackartigen Schale am Rücken. Dadurch unterscheidet es sich von anderen Mitgliedern der Minzenfamilie. In England gibt es zwei wildwachsende Arten. Die blauen Blüten der bis zu 50cm hochwachsenden Pflanze erscheinen von Juni bis September, man findet sie an feuchten Standorten, Wiesen und Flussläufen. Das Helmkraut enthält ein athenisches Öl das Scutellarin, mit dem viele Jahre hindurch Nervenleiden behandelt wurden. Es ist also nicht erstaunlich, da in der Homöopathie als ausgezeichnetes »Nervenmittel gilt, man kann es beinahe als homöopathischen Tranquillizer bezeichnen.
Anwendungen: Nervöse Zustände aller Art, Angst, Erregung, Veitstanz, epileptische Anfälle und »Halbstarkenbenehmen« bei jungen Katzen Dosierung: Eine Tablette zweimal täglich bis zu einer Woche lang, wenn nötig. Nach einigen Dosierungen kann bereits Besserung eintreten. In diesem Fall unterbrechen Sie die Behandlung eine Weile und beobachten Sie das Ergebnis. Wiederholen Sie die Behandlung nur, wenn es erforderlich scheint.
Heilmittel 21: Silicea Siliziumdioxid - Kiesel, Sand. Was soll man schon über Sand sagen, außer dass er überall vorkommt, und dass er zwischen den Zähnen knirscht, wenn man ihn am Strand in den Mund bekommt. In der Normalmedizin ist Silicea als Heilmittel mehr oder weniger unbekannt, da es als inaktiv gilt. Wird Sand jedoch für homöopathische Zwecke aufbereitet, verändert er sich in einen gallertartigen Zustand, der eine starke Wirkung auf den Organismus hat. Silicea oder Kieselsäure ist in vielen Pflanzenstrukturen enthalten und kommt auch in winzigen Mengen im Körpergewebe unserer Tiere vor, einschließlich dem Zahnschmelz. Wird Silicea als Staub über eine lange Zeitspanne hinweg eingeatmet, ruft dies eine ernste, zuweilen tödlich verlaufende Krankheit hervor, die Silikose. Andererseits enthalten Mineralwässer Spuren von Silicea, die dem Körper sehr nützlich sein können.
Anwendungen: Silicea ist ein ausgezeichnetes Mittel bei chronischen Leiden mit Infektionen und Eiterbildung. Es eignet sich vorzüglich zur Nachbehandlung nach der Heparsulfuris- Behandlung (Heilmittel 13) im akuten Krankheitsstadium. Chronische Leiden, bei denen Silicea allein oder als Nachbehandlung helfen kann, sind Afterdrüseninfektion, chronische Bindehautentzündung, Furunkel an der Hornhaut des Auges, häufige Halsschmerzen, Mittelohrentzündung, abgebrochene Krallen Fremdkörper wie Gras oder Samen im Magen und Entzündungen des Gesäuges, etc. Dosierung: Dreimal täglich eine Tablette, zehn Tage hindurch. In wirklich chronischen Zuständen, wie bei gebrochenen Krallen, Hornhautentzündungen des Auges und Starerkrankungen muss die Behandlung eventuell über eine lange Zeitspanne hinweg mit einer Tablette zweimal täglich fortgesetzt werden.
Heilmittel 22: Sulfur Sulfur sublimatum - Schwefelblüte Das chemische Element Schwefel wird durch Sublimation aus frei vorkommendem Schwefel gewonnen oder als Nebenprodukt bei der Erdölgewinnung. Schwefel ist eines der ältesten Heilmittel der Medizin, wurde vielfach zur Hautbehandlung verwendet, aber auch als Abführmittel. Für homöopathische Zwecke aufbereitet, steht uns damit ein sehr wirksames Heilmittel zur Verfügung, das bereits von Dr. Hahnemann häufig angewendet wurde und bis heute sehr gebräuchlich ist. Schwefel, ein konstanter Bestandteil von Eiweiß (einem lebenswichtigen Körperprotein), kommt in beinahe allen Körpergeweben vor, hauptsächlich aber in den Epithelgeweben, dem Zellgewebe, aus dem auch die Haut besteht. Schwefel hat daher eine besondere Tiefenwirkung in der Behandlung aller Hautleiden, vornehmlich aller chronischen Hautkrankheiten.
Anwendungen:    Hautleiden, akute, trockene Ekzeme, chronische Dermatitis, Vereiterungen, Krätze, Räude, Bindehautentzündung, chronischer Durchfall, chronische Fieberzustände, Lungenentzündung, Harnfluss und chronischer Rheumatismus. Auf die Behandlung mit Sulfur kann eine Vielzahl von Krankheiten und Leiden ansprechen, wenn das Mittel den Symptomen gemäß richtig angewendet wird. Dosierung: Sulfur bringt oft in kleinen Mengen angewendet die besten Erfolge. Geben Sie zweimal täglich eine Tablette, zwei bis fünf Tage hindurch. Warten Sie ein bis zwei Wochen ab, um das Resultat richtig beurteilen zu können.
Heilmittel 23: Symphytum Symphytum officinalis - Gemeiner Beinwell Familie:    Borretschgewächse - die Familie der Vergissmeinnicht. Der Gemeine Beinwell ist in Europa und Nordasien weit verbreitet und bevorzugt feuchte Standorte. Seine Blütezeit ist von Mai bis Juli. Die Blüten können cremefarbig, weiß, rot oder rosa sein, wobei immer nur eine Farbe an jeder Pflanze erscheint. Im Mittelalter wurde die Wurzel des Beinwell zu Brei zermahlen und um Knochenbrüche gepackt. Er erhärtete bald, etwa wie ein Gipsverband, den man heute anwendet. Daher rührt auch der volkstümliche Name »Beinwell«. Übrigens bedeutet das Wort »officinalis«, dass die so bezeichnete Pflanze im amtlichen Arzneibuch verzeichnet war und als Arznei in Apotheken verkauft wurde.
Anwendungen: Beinwell wird vorwiegend zur Behandlung on Knochenbrüchen, besonders wenn sie sich schlecht zusammenfügen, verwendet. Auch in der Behandlung von. Muskelzerrungen und Gelenkverstauchungen ist er nützlich und bewährt sich besonders zur Schmerzlinderung von Augenverletzungen, die durch Schlag oder Hieb verursacht wurden. Dosierung: Nachdem ein Knochenbruch, durch welche Behandlung auch immer, vorn Tierarzt versorgt  wurde, rate ich zu einer längeren Behandlung mit Symphytum. Geben Sie dreimal täglich eine Tablette während zehn bis vierzehn Tagen. Bei Augenverletzungen geben Sie alle zwei Stunden eine Tablette bis zu vier Dosierungen; danach eine Tablette viermal täglich, zwei bis drei Tage hindurch.
Heilmittel 24: Urtica Urtica urens - Kleine Brennnessel Familie: Nesselgewächse Es ist schwer vorstellbar, dass die gewöhnliche Brennnessel, die an beinahe jeder Hecke, auf dem Bauernhof, in Wiesen und ziemlich vielen Gärten vorkommt, ein nützliches Heilmittel sein soll. Die Kleine Brennnessel, die etwa 30crn hoch wächst, ist etwas weniger häufig als die Große Brennnessel und blüht von Mai bis Oktober. Früher trank man Brenneseltee (wobei die getrockneten Blätter mit kochendem Wasser überbrüht werden) gegen Fieber. Die Pflanze wird auch äußerlich als Tinktur für Lotionen oder Kompressen zur Behandlung von Verbrennungen und Verbrühungen verwendet. Durch alle Jahrhunderte hatten die Menschen eine echte »Hassliebe« zur Brennnessel- Einerseits verfluchte man sie wegen des brennenden Juckreizes, den sie hervorruft, und der weiten, beinahe unausrottbaren Verbreitung des Unkrauts, gleichzeitig wurde sie seit altersher als wertvolle Heilpflanze geschätzt. Mönche im Mittelalter geißelten ihre nackten Rücken mit Brennnesselstauden.
Anwendungen: Nesselsucht sowie andere allergische Hauterkrankungen mit starker Rötung und Juckreiz, z. B. akute allergische Ekzeme. Urtica wird auch zur Behandlung von Stillunfähigkeit verwendet. Dosierung: Alle fünfzehn Minuten eine Tablette bis zu vier Gaben, danach eine Tablette alle zwei bis drei Stunden, bis zu zwölf Stunden hindurch, nach deren Ablauf die akuten Beschwerden verschwunden sein sollten.
Weitere nützliche Heilmittel, die im veterinärmedizinischen Heilkoffer enthalten sein können:

Euphrasia-Augentropfen ; Augenkrankheiten   akute Bindehautentzündung Brandsalbe : In homöopathischen Apotheken ist eine Brandsalbe erhältlich. Die Salbe enthält Hypericum , um den Schmerz zu lindern, und Urtica , um Juckreiz zuschwächen. Die Salbe wird häufig auf Verbrennungen, Verbrühungen und Ausschläge aller Art aufgetragen. Hypericum/Calendula-Salbe : Auch diese Salbe wirkt lindernd und kann als Alternative zur oben genannten Brandsalbe zur Wundbehandlung verwendet werden. Sie sollte vier- bis fünfmal täglich aufgetragen werden.Allium cepa - Die Zwiebel. Ständiger Tränenfluss und Katzenschnupfen. Baryta carbonica - Bariumcarbonat. »Das Altersmittel« bei Vergreisung. Borax - Natriumborat. Farblose Kristalle oder weißes Pulver. Besitzt schwach antiseptische Eigenschaften wird als Mundwasser oder Augenlotion verwendet. Homöopathische Behandlung bei Empfindlichkeit gegen plötzliche, laute Geräusche, beispielsweise Feuerwerk. Caulophyllum thalictroides - Löwenblattwurzel oder Frauenwurzel. Nordamerikanische Indianerinnen kauten die Wurzel kurz vor der Niederkunft und hatten in den seltensten Fällen Schwierigkeiten beim Geburtsvorgang. Caulophyllum eignet sich hervorragend in der Tiermedizin, und ich empfehle es jedem Tierhalter, der sich mit Tierzucht beschäftigt. Drei bis vier Wochen vor der Geburt eine Tablette der Potenz C 12 oder C 30 kann den Vorgang erheblich erleichtern. Causticum - Gebrannter Kalk mit Kaliumhydrogensulfat. Eines von Dr. Hahnemanns Originalheilmitteln, das bei Hornhautentzündungen des Auges, Lähmungserscheinungen und Warzen Anwendung findet. Chelidonium majus - Schöllkraut. Bei Lebererkrankungen, Gelbsucht, Gähnen. Chinin – Chinarinde – China officinalis Chinin eröffnete einst Dr. Hahnemann den Zugang zur Heilkunst Homöopathie. Er erprobte die Wirkung mit winzigen Dosen Chinin an sich selbst und rief rnalaria- ähnliche Symptome bei sich hervor- Auch bei Blutarmut und Blutungen anzuwenden. Cina - Zitwerblüten. Gegen Spulwurmbefall. Conium maculatum -Gefleckter Schierling. Gegen Arthritis zunehmende Schwäche der Hinterläufe im Alter und bei Lähmungserscheinungen. Croton tiglium - Krotonölsamen. Gegen chronischen, langanhaltenden Durchfall, starke Hautreizungen, wobei die Haut beinahe zu mürbe ist, um sie kratzen zu können. Granatum - Granatapfel. Der Saft der Granatäpfel ist als Zutat zu manchen Cocktails geschätzt. In der Homöopathie ist Granatum ein Mittel gegen Bandwurmbefall. Graphites - Reißblei . Ohreninfektionen, chronische, nässende, klebrige Ekzeme. Hamamelis virginica - Zaubernuss. Gegen Blutergüsse, Blutungen (aus der Nase, etc.), Wunden, chronische Nachwirkungen von Verletzungen. Ignatia - Ignazbohne. »Heimwehmittel«; bei Kummer und Sehnsucht des Tieres, wenn der Betreuer es allein lassen muss.